ChatGPT, Gemini, Copilot – KI-Tools sind überall. Aber dürfen Lehrkräfte sie im Unterricht nutzen? Die Antwort ist kompliziert. Dieser Guide erklärt, welche KI-Tools DSGVO-konform sind, welche problematisch sind und wie Sie rechtssicher mit KI arbeiten.
Das Grundproblem: DSGVO und US-Dienste
Die meisten populären KI-Tools kommen aus den USA: ChatGPT (OpenAI), Gemini (Google), Copilot (Microsoft). Das Problem: Bei der Nutzung werden Daten in die USA übertragen – und das ist datenschutzrechtlich hochproblematisch.
Nach dem Schrems-II-Urteil des EuGH ist der Datentransfer in die USA nur unter strengen Bedingungen zulässig. Für Schulen als öffentliche Einrichtungen gelten besonders hohe Anforderungen.
Wichtig: Niemals Schülerdaten eingeben
Unabhängig vom Tool gilt: Geben Sie niemals personenbezogene Daten von Schülerinnen und Schülern in KI-Tools ein. Keine Namen, keine Noten, keine Verhaltensbeobachtungen. Das ist immer unzulässig.
Was bedeutet "DSGVO-konform" bei KI-Tools?
Ein KI-Tool ist DSGVO-konform, wenn es folgende Kriterien erfüllt:
DSGVO-konforme KI-Tools für den Unterricht
Diese Tools sind speziell für den Bildungsbereich entwickelt oder bieten DSGVO-konforme Optionen:
fobizz KI-Assistent
Speziell für Schulen entwickelte KI-Plattform
SchulKI
Deutsche KI-Lösung für Bildungseinrichtungen
DeepL
Übersetzungstool mit Bildungslizenz
Perplexity Pro (EU)
KI-Suchmaschine mit EU-Serveroption
Problematische KI-Tools
Diese populären KI-Tools sind für den schulischen Einsatz in der Standardkonfiguration nicht geeignet:
ChatGPT (Standard)
US-Server, Datentransfer in Drittland
Google Bard/Gemini
Google-Dienste, Tracking, US-Server
Microsoft Copilot (ohne Lizenz)
Ohne EDU-Lizenz problematisch
Midjourney / DALL-E
US-Server, unklar bei Schülerdaten
Sonderfall ChatGPT: Was geht, was nicht?
ChatGPT ist das bekannteste KI-Tool. Für Lehrkräfte gilt:
Das geht
- Unterrichtsvorbereitung auf privatem Gerät
- Ideen für Arbeitsblätter generieren
- Texte formulieren lassen (ohne Schülerbezug)
- ChatGPT Team mit EU-Server (kostenpflichtig)
Das geht nicht
- Schüleraufsätze zur Korrektur eingeben
- Schüler-Accounts mit Schulmail erstellen
- Personenbezogene Daten eingeben
- Im Unterricht ohne Genehmigung nutzen
Praxis-Tipp
OpenAI bietet mit ChatGPT Team eine Option mit EU-Datenverarbeitung an. Diese kann unter bestimmten Voraussetzungen DSGVO-konform sein – aber nur mit entsprechendem AVV und Genehmigung durch den Schulträger. Einzelne Lehrkräfte sollten dies nicht eigenständig entscheiden.
Checkliste: KI-Tool-Nutzung an Schulen
Bevor Sie ein KI-Tool im schulischen Kontext nutzen, prüfen Sie:
Serverstandort prüfen
Werden Daten in der EU/Deutschland verarbeitet?
AVV vorhanden?
Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Keine Schülerdaten eingeben
Niemals Namen, Noten oder persönliche Daten
Schulleitung informieren
Tool-Nutzung muss genehmigt sein
Unsere Empfehlung: Spezialisierte Schul-Lösungen
Statt Consumer-Tools mit unklarem Datenschutz zu nutzen, empfehlen wir speziell für Schulen entwickelte Lösungen. Diese bieten:
zensation.app: KI-Fortbildung ohne Datenschutz-Sorgen
Lernen Sie den sicheren Umgang mit KI – auf einer Plattform, die speziell für deutsche Schulen entwickelt wurde. Deutsche Server, AVV inklusive, keine Schülerdaten erforderlich.
Fortbildungstipp: Datenschutz & KI lernen
Das Thema Datenschutz und KI ist komplex. Eine strukturierte Fortbildung hilft Lehrkräften, rechtssicher mit KI-Tools zu arbeiten. Unser Kurs "Datenschutz & KI in der Schule" behandelt alle wichtigen Aspekte – von der DSGVO bis zur praktischen Anwendung.
Fazit: Vorsicht ja, Verzicht nein
KI-Tools können den Unterricht bereichern – aber nur bei bewusstem Umgang mit dem Datenschutz. Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr DSGVO-konforme Alternativen, die speziell für Schulen entwickelt wurden.
Unser Rat: Informieren Sie sich über die Regelungen Ihres Bundeslandes, sprechen Sie mit Ihrer Schulleitung und dem Datenschutzbeauftragten – und nutzen Sie gezielt Tools, die für den Bildungsbereich zugelassen sind.
Fragen zu DSGVO-konformen KI-Tools? Wir beraten Sie gerne.
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